Erfahrungsbericht einer Aufstellung bei Gabriele A. Petrig

Schon vor einigen Jahren kam ich in Kontakt mit der Familienaufstellung nach Hellinger. Viele Verstrickungen habe ich
schon lösen dürfen, was für mich und meiner „katastrophalen“ Erinnerung an Kindheit und Familie bisher sehr heilsam war.

Eine Aufstellung möchte ich aber besonders erwähnen, weil sie einen ganz tiefen inneren, schweren dunklen Kern in mir berührte, klar machte und zu meiner Erleichterung nach großer Geduld und Einfühlungsvermögen – auch zu lösen war.

Ich nahm an einem Wochenende teil und am ersten Tag wurde ich oft für Aufstellungen von anderen aufgestellt. Viele Aspekte,
die in irgendeiner Form diffus für mich blieben, berührten mich in meiner tiefsten Seele. Ich fühlte mich vollkommen durcheinander und aufgewühlt. Ich lag die ganze Nacht wach, konnte mein Problem aber nicht in Worte fassen. Am nächsten Tag kam ich ziemlich verstört, unausgeschlafen und mit einem „Fluchtgefühl“ in der Gruppe an. Nach einigen anderen Aufstellungen, ich war unfähig
mich selbst aufstellen zu lassen, hielt ich diesen Zustand nicht mehr aus.

Ich bat um eine eigene Aufstellung, bei der ich nur meine Symptome schildern konnte. Verwirrt, durcheinander, Herzklopfen
und den Tränen nahe…. Mir war nur eines ganz klar – so wollte ich nicht nach Hause fahren.

Frau Petrig entschied, dass ich jemanden für mich, mein Vrwirrtsein und mein Herzklopfen aufstellen soll. Ich bat die
entsprechenden Personen die einzelnen Rollen zu übernehmen und stellte nach meinem inneren Bild die Personen auf den entsprechenden Platz.

Frau Petrig gab die Anweisung, zu schweigen und dem inneren Impuls der Seele zu folgen. Das dauerte nach meinem Gefühl ziemlich lange, Die Gruppe und ich, saßen mit angehaltenem Atem und folgten den Bewegungen. Es lag eine Spannung und Belastung in der Luft, die kaum auszuhalten war.

Nach für mich langer Zeit, stellte Frau Petrig jemanden für den Tod und jemanden für das Leben dazu. Die Person, die mich
darstellte war ziemlich schnell in die äußerste Ecke des Raumes geflohen und sah mit verängstigtem und hilflosen Blick,
zu den anderen …….

Ich bin der Darstellerin meiner Person heute noch dankbar, wie sie sich auf die Rolle einließ! Spiegelte sie mir doch genau,
meine tiefste Unsicherheit zum Leben wieder. Ich spürte zwar die Angst und Unsicherheit nicht immer, im Gegenteil, ich
konnte sie mit einer Fassade von Selbstbewußtsein, meist gut überspielen, wusste aber in diesem Moment, genauso bin ich.
Hatte ich doch schon öfter gesagt „ich glaube – ich kann nicht leben und nicht sterben“.

Sie trat von einem Fuß auf den anderen, es schien, als ob eine große Kraft sie nach vorne trieb – und die selbe Kraft sie zurück hielt.

Die Person für das Durcheinander, wirkte auf mich sehr dunkel, dominierend – und als äußerste Bedrohung. Mein Gefühl war, sie stand für meinen Vater und stellvertretend für alle Männer in meiner Sippe. Auch meine Stellvertreterin empfand es so. Sie sagte dann, ich will zum Leben, aber an dem komme ich nicht vorbei.

Frau Petrig hielt meiner Vertreterin die Schock- und Traumapunkte – und nach einiger Zeit, konnte sie tief durchatmen und langsam, immer auf der Hut an der Person für das Durcheinander, vorbei gehen, die nach Auflösung des Schocks auch nicht mehr die unendliche Bedrohung ausstrahlte.

Es zeigte sich, dass ich für meine Mutter und die ganzen Frauen aus der Sippe, die Bedrohung durch die Männer
übernommen und getragen hatte.

Nach einigen Umstellungen durch Frau Petrig und sagen von Kraftsätzen, war das Lösungsbild, daß ich mich mit dem Rücken
an die vielen Frauen meiner Sippe anlehnen konnte (mittlerweile hatte ich meine Rolle selbst übernommen). Zum ersten Mal in meinem Leben, konnte ich die Kraft von Frauen spüren und mich gestützt und getragen fühlen. Dieses Gefühl war so
überwältigend und neu für mich, dass mir die Worte fehlen, es zu beschreiben.

Endlich konnte ich JA zum Leben sagen. Und das mit 56 Jahren! Aber, auch hier stimmt der Satz: „Es ist nie zu früh und
selten zu spät!“

Dieses Gefühl, das in schwierigen Situationen meines Lebens, alle Frauen meiner Sippe (und das sind viele) hinter mir stehen
und mir Kraft geben, habe ich bis heute!

Danke allen, die mich dabei unterstützt haben.

Ich weiß, das es jetzt auch noch ansteht, die männliche Seite meiner Familie zu klären. Aber erst mal genieße ich noch eine Weile das Gefühl, die weibliche Kraft und das Leben zu spüren, obwohl ich weiß, das die Klärung der männlichen Seite, diesen Zustand bestimmt nicht verschlechtert….

Ich finde diese Arbeit so wunderbar, dass ich jetzt eine Ausbildung bei Frau Petrig begonnen habe. Sie macht so eine wunderbare Arbeit – und somit habe ich eine wunderbare Lehrerin.

Ich schreibe diesen Bericht, dass auch andere Menschen den Mut haben, sich an ihre tiefsten Themen zu wagen, damit sie ein Leben führen können, wie es jeder für sich wünscht.

Danke noch mal für die einfühlende und großartige Arbeit.

C.K. Aschaffenburg

(Name und Anschrift des Klienten sind im Institut Gabriele A. Petrig bekannt)

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